Nicht beliebt genug: Darum interessiert iMessage die EU nicht

Juli Rutsch
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Die Europäische Kommission hat entschieden, dass iMessage von Apple sowie Bing und Edge von Microsoft nicht populär genug sind für eine Regulierung.

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iMessage ist der EU nicht populär genug. Die Mühe einer Regulierung könne man sich also sparen. - Depositphotos

Die Europäische Kommission hat entschieden, dass Apples iMessage-Dienst nicht populär genug ist, um reguliert zu werden. In einer Welt, in der WhatsApp die dominierende Messenger-App ist, scheint iMessage kaum eine Rolle zu spielen.

Nicht auf dem Radar der Regulierungsbehörden

Die Untersuchungen der EU-Kommission konzentrierten sich auf sogenannte «Gatekeeper» im Internet. Also Dienste mit so vielen Nutzern, dass sie quasi Monopole darstellen und stärker reguliert werden sollten.

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Kaum jemand in der EU nutzt iMessage. WhatsApp ist der klare Favorit. - Depositphotos

Hätte iMessage diesen Status erreicht, hätte Apple den Dienst öffnen und mit anderen Messaging-Apps wie WhatsApp interoperabel machen müssen. Doch das blieb aus – schlichtweg, weil kaum jemand in der EU iMessage nutzt.

Grosse Tech-Firmen unter Druck

Der Digital Markets Act (DMA) der EU bringt viele grosse Technologieunternehmen ins Schwitzen. Obwohl sie rechtlich gesehen keine Monopole sind – Apple, Microsoft, Meta (ehemals Facebook), Amazon und Google haben ihre jeweiligen Bereiche fest im Griff.

Das Ziel des DMA besteht darin herauszufinden, welche Geschäftsbereiche dieser Tech-GIganten kleineren Konkurrenten Hindernisse in den Weg legen könnten. Um diese dann zur Öffnung ihrer Plattformen zu zwingen.

Im Falle von Messenger-Diensten würde dies bedeuten, dass sie interoperabel sein müssten. Man könnte also beispielsweise eine Nachricht über WhatsApp senden und diese in Telegram empfangen.

Technische Hürden und Datenschutzbedenken

Aber es gibt auch technische Probleme. Wie sollen konkurrierende Messenger-Dienste mit ihren eigenen sicheren Verschlüsselungsmethoden miteinander kommunizieren?

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Werden bald populäre Messenger-Dienste miteinander verknüpft? - Depositphotos

Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Wäre ein Dienst wie Signal, der für seinen strikten Privatsphärenschutz bekannt ist, bereit, einfach ein weiterer Tab in der dominanten WhatsApp-App zu werden?

Könnte Apple von einer Öffnung profitieren?

Eine gewisse Ironie besteht darin, dass Apple tatsächlich davon profitieren könnte, iMessage zu öffnen. In Europa hinkt iMessage im Rennen um die beliebteste Messenger-App hinterher.

Die meisten Menschen nutzen WhatsApp – für nahezu alles.

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