Bei dieser Pflicht hinken viele Drohnenhersteller noch hinterher

    Juli Rutsch
    Juli Rutsch

    Die Remote-ID bei Drohnen wird zum Standard. Studien aber zeigen: Über 70 Prozent der grossen Drohnenhersteller sind noch nicht darauf eingestellt.

    Drohnen
    Drohnen: ein Wendepunkt für die nachhaltige Landwirtschaft. - depositphotos

    Eine überraschend hohe Anzahl von Drohnenherstellern hinkt hinterher, wenn es darum geht, sich auf die bevorstehenden Regulierungen einzustellen.

    Laut einer aktuellen Studie sind über 70 Prozent der grossen Hersteller noch nicht bereit für die Implementierung der sogenannten Remote-ID.

    Drohnenschwarm Himmel Bäume
    Die EU-Drohnenverordnung schreibt ein System zur Identifikation von Drohnen auch während des Betriebes, also auch im Flug, vor. - Depositphotos

    Remote-ID ist die Fähigkeit einer Drohne, im Flug Identifikations- und Standortinformationen bereitzustellen. Diese können dann von anderen Parteien über ein Rundfunksignal empfangen werden.

    Spezifisches Tracking zeigt massive Lücken

    Die aktuellen Erkenntnisse stammen von SkySafe, einem Unternehmen, das sich auf Datenanalyse und Tracking im Bereich unbemannter Fluggeräte spezialisiert hat.

    Sie haben sieben bedeutende Produzenten unter die Lupe genommen: DJI, Skydio, Autel, Parrot, SwellPro, EXO und Yuneec.

    Skydio als Vorreiter – andere straucheln

    Von den untersuchten Firmen konnte nur Skydio vollständige Übereinstimmung mit den neuen Richtlinien nachweisen.

    Die anderen Ergebnisse reichen von verwirrend bis potenziell katastrophal. In einigen Fällen wurden sogar falsche Angaben aufgedeckt.

    DJI zeigt kleinere Probleme bei der Einhaltung der Vorschriften, während Parrot deutlichen Verbesserungsbedarf hat. Bei Autel wiederum offenbarten sich gravierende Mängel in Bezug auf die Umsetzung des Remote-ID-Standards.

    Nonkonforme Nachzügler

    SwellPro behauptet zwar, seit März 2024 entsprechende Daten anzubieten, doch wie genau das aussehen soll, bleibt unklar.

    Währenddessen sind die Produkte von EXO zwar als US-amerikanisch gekennzeichnet. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um umgelabelte Hubsan-Drohnen ohne nachweisbaren Bezug zu einer Remote-ID oder FCC-Vorschriften.

    Yuneec wiederum hat zwar in der Vergangenheit Softwareupdates für die Remote-ID angekündigt, diese aber nie veröffentlicht. Stattdessen kooperiert das Unternehmen mit dem tschechischen Hersteller Dronetag und integriert dessen Produkte in sein Zertifizierungsprogramm.

    Wer trägt die letzte Verantwortung?

    Die durch SkySafe aufgedeckten Mängel werfen eine wichtige Frage auf: Wer trägt die Schuld, wenn ein Pilot eine Drohne fliegt, die nicht den genormten Standards entspricht?

    Drohnen
    Israel verwandelt die Grenzregion zu Ägypten in ein militärisches Sperrgebiet aufgrund von Waffenschmuggel mittels Drohnen. - Depositphotos

    Und wer zieht Hersteller zur Rechenschaft, deren Anwendungen nicht mit dem ASTM-Standard für Remote-IDs übereinstimmen?

    Diese wichtigen Fragen müssen künftig beantwortet werden, damit Drohnen-Nutzer auf der richtigen Seite sind.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Paar bedient sein Smart-Home
    1 Interaktionen
    Gadgets & Gear
    Paar bedient sein Smart-Home
    1 Interaktionen
    Gadgets & Gear
    pixel tag
    Gadgets & Gear
    Disney+-Logo
    Software & Apps
    Chrome auf dem Laptop
    Software & Apps
    Samsung-Smartphone
    2 Interaktionen
    Software & Apps