Individualität statt Leistung - was das Smartphone können sollte

    Björn Schneider
    Björn Schneider

    Müssen Smartphones wirklich leistungsstarke Super-Computer für die Hosentasche sein? Und das Design ist eh meist dasselbe. Ein Plädoyer für mehr Individualität.

    Lächelnde Frau mit Smartphone in der Hand
    Gleichartigkeit und Konformität prägen den Smartphone-Markt. Mehr Unterschiede beim Material, der Form, Gestaltung und den Farben wären wünschenswert. - Depositphotos

    Warum müssen sich moderne Smartphones in Sachen Ausstattung und Features immer wieder aufs Neue gegenseitig Konkurrenz machen und übertreffen? Zumal sich die Mini-Computer beim Design ohnehin meist schon bis ins letzte Detail gleichen.

    Geht es nicht auch günstiger, kreativ(er) und etwas abseitig? Ein Plädoyer für mehr Eigenständigkeit und Individualität bei unseren Smartphones.

    Das CMF Phone 1 ist erfrischend anders

    Das britische Tech-Unternehmen Nothing zeigt mit seinem CMF Phone 1, dass es auch anders geht. So besitzt das Gerät kreatives, cooles Zubehör, wie man es selten gesehen hat.

    Junge mit Brille in nachdenkender Haltung
    Die Nothing-Kreativabteilung hat sich beim CMF Phone 1 etwas gedacht. Mit Erfolg: Der Clou dieses Handys sind die Accessoires. - Depositphotos

    Ein praktischer Standfuss und ein Kartenetui zur Befestigung am Smartphone sind tolle Ideen, die das Handy von der Konkurrenz abheben. Und das auch noch in Orange.

    Auf eine ordentliche, leistungsstarke Ausstattung muss dabei nicht verzichtet werden. Das Gerät kommt mit einer 50-Megapixel-Kamera, einem Amoled-Bildschirm mit 120 Hz und einem microSD-Kartensteckplatz.

    Xpress Yourself: Die Handys der 90er

    Es gibt definitiv eine wachsende Nische für Handys, die Unterscheidbarkeit und aussergewöhnliche Gimmicks über Spitzentechnologie stellen. Betrachten wir die Handys der 90er-Jahre, kann man sich ausreichend Inspiration holen.

    Ein Beispiel ist das Nokia 3310. Plötzlich liessen sich die langweiligen Standardabdeckungen gegen nahezu jede beliebige Farbabdeckung tauschen.

    Wir definierten unsere Handys damals noch über Aussehen, die Grösse (kleiner war besser) und ihre Klingeltöne. Die beiden wichtigsten Funktionen aber beherrschten sie alle: telefonieren und Textnachrichten senden.

    Produziert mehr solcher Smartphones!

    Welches Gerät besitzt mehr Speicher, KI-Tools oder die bessere Kamera? Solche Fragen stellte man sich damals nicht, der Vergleich mit dem Handy des Freundes war nicht wichtig.

    Faltbares Smartphone
    Technologie, Wettbewerb und die Nutzerpräferenzen spielen bei der Entwicklung neuer Geräte eine wichtige Rolle. Und sie lassen wenig Raum für Kreativität. - Depositphotos

    Vielmehr ging es um individuelle Gadgets, die zu unserem eigenen Stil passten ... wäre es nicht schön, wieder mehr solcher Smartphones zu sehen? Das wäre es, aber das Problem sind die Hersteller. Sie sind so darauf fixiert leistungsstarke neue Modelle zu produzieren, dass kaum noch Platz für etwas anderes oder Neues bleibt.

    Aber selbst wenn das Phone 1 kein Erfolg wird, so inspiriert es vielleicht den einen oder anderen Hersteller – zu mehr Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen und Ungewöhnliches zu wagen.

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